Hallo Buggymaniac,
mein 1100er ist jetzt genau ein Jahr alt und hat knapp 10.000 km auf der Uhr. Ich fahre nur auf der Straße aber gerne zügig und im Urlaub kreuz und quer über die schweizer Alpen (siehe meine Fotos beim Thema "Auf Tour mit Freunden"). Frühling bis Herbst fahre ich ganz offen auch wenns regnet. Über den Winter ist das Hardtop drauf aber sonst alles offen, auch bei Minus 12 Grad und Schneegestöber. Wenn mir ein entgegenkommender Lastwagen salzigen Schneematsch in's Gesicht schleudert an dann eine klirrend kalte Orkanböe mir den Rest gibt, dann bleiben mir für ein paar Sekunden die Luft und Spucke weg.
Ständig und überall werde ich ausgefragt und ziehe Blicke auf mich.
Mit einem normalen Auto hätte ich diese Erfahrungen und Erlebnisse nie machen können. So gesehen hat der Quadix Buggy meine Erwartungen an Abenteuer, Exklusivität und Abwechslung vom normalen Allerlei mehr als erfüllt.
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Aber es gibt auch eine Menge Haken und Ösen an diesem Fahrzeug :
Das Teil kommt aus China und wird nur in überschaubarer Stückzahl gefertigt. Daher läßt die Qualität sehr zu wünschen übrig. Es gibt sehr viele kleine Macken die bei den Chinesen mit 5€ behoben werden könnten, aber hier in Deutschland muß ich einen Samstagmorgen und/oder 50€ investieren damit's wieder funktioniert. Habe meinem Händler mal eine Mängelliste geschrieben und den Tipp gegeben, den Chinesen 50€ mehr zu geben, dann wären sehr viele dieser kleinen lästigen Macken vom Tisch.
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Wenn man den Buggy vom Händler holt, sollte die erste Fahrt zur Werkstatt führen, um die Spur und die Handbremse einstellen zu lassen, und die 35W Scheinwerferbirnchen gegen normale mit 55W austauschen damit man bei Nacht die Straße sieht.
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Zuhause in der Garage gibt's dann einiges zu basteln :
- Der Rückspiegel vibriert wie ein Kuhschwanz am Elektrozaun. Also ein dickeres Befestigungsblech basteln.
- Das Fahrwerk soll man an den Schmiernippeln abschmieren, aber irgendwie geht das gar nicht weil man mit der Fettpresse nicht ran kommt. Habe andere Schmiernippel mit "Flachköpfen" eingebaut, nun geht's.
- Beim 4x4 ist der Fahrersitz wegen der Handbremse etwas nach links versetzt. Beim 2x4 ist die Handbremse aber an andere Stelle, daher könnte der Sitz 5 cm nach rechts versetzt werden, direkt vor's Lenkrad wo er hingehört. Tun die Chinesen aber nicht, also hab ich's selber gemacht.
- Die Pumpe der Scheibenwaschanlage hatte schlapp gemacht. Bin mir aber nicht sicher ob die China-Pumpe selbst schuld war oder der seltsame Schleim im Wasserbehälter. Um keine unnötigen Experimente zu machen, habe ich vorsorglich eine kompatible Pumpe von Peugeot eingebaut.
Inzwischen hat sich die 'Lage' etwas beruhigt. Es ist über den Winter nicht's neues hinzugekommen.
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Einerseits wird der Buggy als Wasserfest beschrieben. Sogar die Lautsprecher sollen es sein. Andererseits wird es doch wieder als Sommerfahrzeug verkauft. Bevor man zum ersten mal bei Regen offen rumfährt, sollte man daher noch ein paar Dinge vorsorglich Wasserfest machen :
- Wenn das Wasser erstmal unter die eingeklebte Gummimatte gelaufen ist, wird das nie wieder trocken. Also die Gummimatte ringsrum, auch oben unterm Sitz und an den Ablauflöchern mit Silikon abdichten.
- Innen unterhalb der Türen sind die Bodenbleche so zusammengeschweißt, das Wasser reinlaufen kann, also Silikon reinstopfen.
- An den Türen die Verkleidungen wegmachen. Das Türblech hat auf der Innenseite nur Zufallsfarbe drauf. Also so gut es geht mit der Farbsprühdose innen Farbe drauf machen. Mit einem Inspektionsspiegel und Taschenlampe kontrollieren ob's gut ist.
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Reparaturen :
So große Dinge wie Getriebe oder Differential sind bei mir noch nicht kaputt gegangen, vermutlich war das eher beim alten Modell und beim harten Geländeeinsatz ein Schwachpunkt.
Ein Türscharnier war mal gebrochen, habe ruckzuck ein neues bekommen. Am Auspuff war mal ein Flexrohr gerissen. Habe das in einer Fachwerkstatt auf Garantie gemacht bekommen. Vermutlich weil ich so viele Macken ohne zu meckern selbst behoben habe, wurde der Kundendienst kostenlos gemacht.
Normale Reparaturen oder Kundendienst kann jede Werkstatt machen.
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Zu den Fahreigenschaften :
Wer damit nur auf der Staße fährt, sollte sich im klaren sein, daß der Buggy eher ein Geländefahrzeug ist und eine Zulassung als Ackerschlepper hat. Die speziellen Eigenschaften die im Gelände und auf dem Acker gut sind, nimmt er aber mit auf die Straße. Dort hätte ich aber lieber andere Eigenschaften. Mir kommt's so vor, als ob alles genau ander's rum ist wie bei einem normalen Auto. Um tiefergelegte Gullydeckel fahre ich Slalom weil man sonst jedesmal einen Schlag in's Kreuz bekommt und der Buggy etwas durch die Gegend hüpft. Aber bei einer sehr schlechten Straße wo alle Auto's extra langsam fahren, da donnere ich einfach rüber. Aus dem Stand heraus hat er für seine 65PS eine recht beachtliche Beschleunigung aufgrund des niedrigen Gewicht's, aber ab Tempo 80 macht sich der Luftwiderstand doch recht bemerkbar und die Autos denen man eben noch davon gefahren ist holen einen wieder ein.
Für die Straße ist der 2x4 besser als der 4x4. Der 2x4 fährt schneller (120 statt nur 100) und im Winter auf der schwäbischen Alb bin ich mit dem auch zurechtgekommen.
Bis man sich an den Buggy gewöhnt hat braucht es eine Weile. Mit der Zeit kommt der Durchblick wie man ohne Servolenkung in eine Parklücke kommt u.s.w.. Inzwischen habe ich eher Probleme, wenn ich ein normales Auto fahren muß...
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Fazit :
Ein Werkzeugkasten und zwei geschickte Hände sind von Vorteil. Ein dickes Fell und Durchhaltevermögen ebenso.
Das Motto : "Wer schön sein will muß leiden", gilt gewissermaßen auch für den Buggy....